Gigreox
Teilnehmer am Laptop im Kurs

Ich habe Kurse erlebt, in denen zwölf Personen auf eine Leinwand schauten und hinterher das eigene Telefon nicht wiedererkannten. Ich habe Hausbesuche erlebt, in denen eine einzige Stunde mehr veränderte als ein ganzer Kursabend, weil niemand daneben saß und mitlachte. Daraus folgt keine Lehre über «die richtige Didaktik». Daraus folgen vier feste Regeln für Gigreox.

Warum ich in Gruppen von höchstens sechs Personen arbeite

Sechs ist die Zahl, bei der ich noch zu jeder Person an den Tisch trete, bevor die neunzig Minuten um sind. Bei sieben beginnt jemand zu warten. Warten erzeugt den Eindruck, langsam zu sein. Den Eindruck will ich nicht herstellen.

In der kleinen Gruppe höre ich, welches Wort unsicher ausgesprochen wird. «Cloud», «Account», «Update» — solche Wörter lasse ich stehen und ersetze sie durch das, was auf dem Bildschirm tatsächlich steht. Sechs Leute vertragen das. Ein Saal verträgt es nicht.

Online gilt dieselbe Grenze. Sechs Kacheln auf dem Bildschirm bleiben überschaubar. Ich kann sehen, ob eine Hand zittert oder ob jemand das Mikrofon sucht.

Warum ich Tempo nicht vorgebe

Ein Kursplan, der am Dienstag «Kontakte» und am Donnerstag «Fotos» vorschreibt, zwingt die Gruppe, weiterzugehen, obwohl der Dienstag noch offen ist. Ich lasse den Plan offen. Wenn die Gruppe drei Termine bei den Nachrichten bleibt, bleiben wir dort.

Das heißt nicht, dass die Stunde zerfasert. Ich habe für jeden Kurs eine kurze Liste dessen, was am Ende sitzen soll. Den Weg dorthin bestimmt, was in der Runde hakt. Wer schneller ist, bekommt eine stillere Zusatzübung im Heft, nicht eine Sonderrolle vor der Gruppe.

Warum wir am eigenen Gerät arbeiten

Ein Kurs-Tablet mit sauberer Oberfläche fühlt sich nach der Stunde an wie ein fremdes Möbel. Zu Hause liegt das eigene Telefon mit den Aufklebern am Rand und den zehn Symbolen, die die Nachbarin einmal «ordentlich» gemacht hat. Genau dort muss die Übung sitzen.

Deshalb bringen Sie Ihr Gerät mit. Ich helfe vor dem ersten Termin, wenn noch keines da ist: Displaygröße, Tasten am Rand, Preis, Ladestecker. In Einrichtungen bringe ich Leihgeräte mit, weil viele Bewohnerinnen und Bewohner kein eigenes Tablet haben. Sobald ein eigenes Gerät da ist, wechseln wir.

Warum das Heft gedruckt ist

Eine PDF auf demselben Telefon, das gerade Probleme macht, ist ein schlechter Ort für die Lösung. Papier liegt neben der Tasse. Die Schrift ist groß. Eine Seite trägt ein Thema. Wer will, schreibt mit Bleistift in die Ränder.

Das Heft «Schritt für Schritt» ist deshalb ein eigenes Produkt und Teil jedes Kurses. Es kostet einzeln 24 €. Es ist absichtlich dünn. Ein dicker Ratgeber bleibt im Regal.

Weitere Festlegungen

Keine Vorführung an der Wand als Hauptweg

Ich zeige kurz, dann liegt das Gerät wieder bei Ihnen. In Pflegeheimen verzichte ich auf den Beamer. Der Aufenthaltsraum ist kein Hörsaal, und wer schlecht sieht, braucht das Display in der eigenen Hand.

Begleitpersonen auf Wunsch

Töchter, Söhne, Nachbarinnen dürfen mitkommen, wenn Sie das möchten. Sie sitzen daneben. Sie übernehmen das Gerät nur, wenn Sie es ausdrücklich verlangen. Der Kurs bleibt Ihrer.

Wiederholung nach vier Wochen

Was in der Kurswoche sitzt, rutscht oft nach dem ersten ruhigen Monat. Deshalb gehört ein Wiederholungstermin zum Gruppenpreis. Wir gehen die Stellen durch, die im Alltag weich geworden sind.

Sprache ohne Herablassung

Ich erkläre langsam, wo es nötig ist, und kurz, wo es reicht. Ich vermeide Kinderwörter für Technik. Erwachsene, die ein Leben lang gearbeitet haben, bekommen erwachsene Sätze.

Vorbereiteter Kursraum

Raum und Online

In Leipzig steht der Tisch so, dass niemand in eine zweite Reihe schauen muss. Online gilt dasselbe Prinzip: Ich sehe Ihr Gesicht und Ihr Gerät, soweit Sie die Kamera erlauben. Wer die Kamera auslassen will, sagt Bescheid; dann arbeiten wir über Sprache und geteilten Bildschirm.